Auf ein Wort
Startseite >Auf ein Wort
Liebe Leserinnen und Leser, mit dem Monat Juni beginnt im Kirchenjahr eine Zeit ohne große Festtage. Nach den festreichen Wochen im Mai – mit Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Trinitatis – leben wir weiter aus dem empfangenen Segen. Der Heilige Geist ist gekommen, und wir dürfen gewiss sein: Der dreieinige Gott ist uns nahe und begleitet uns durch unser Leben. In unserer Jahreszeit fällt diese sogenannte „festlose“ Zeit in den Sommer – eine Zeit, in der alles blüht und wächst, die Sonne wärmt, die Vögel singen und unser Herz aufatmen darf. Es ist jene „liebe Sommerzeit“, von der Paul Gerhardt so innig gedichtet hat. Auch die grünen Paramente in unseren Kirchen – Altardecke, Kanzelbehang und Stola – weisen auf diese Zeit hin. Grün ist die Farbe der Hoffnung, des Wachsens und der Lebenskraft. Sie steht für den Glauben im Alltag und zugleich für die Gaben des Heiligen Geistes. Ein Wort aus dem 2. Timotheusbrief bringt für mich das Leit- motiv dieser Wochen besonders treffend zum Ausdruck: „Der Geist, den Gott uns geschenkt hat, lässt uns nicht verzagen. Vielmehr gibt er uns Kraft, Liebe und Besonnenheit.“ (2. Timo- theus 1,7) Dieses Wort habe ich in diesem Jahr auch für die Predigt bei den Konfirmationen gewählt. Die Sommermonate laden viele von uns ein, etwas langsamer zu werden, aufzutanken und vielleicht neu auf das eigene Leben zu schauen. Und doch kennen wir auch in dieser hellen Zeit Sorgen, Unsicherheiten oder innere Unruhe. Mitten hinein spricht dieses Wort: Gott hat uns keinen Geist der Angst gege- ben. Nicht das, was uns klein macht oder lähmt, soll unser Leben bestimmen. Gott schenkt uns seinen Geist – eine Kraft, die trägt; eine Liebe, die verbindet; und eine Besonnenheit, die uns hilft, gute Wege zu finden. Kraft – wenn uns die Ener- gie fehlt. Liebe – wenn Beziehungen uns herausfordern. Besonnenheit – wenn Entscheidungen anstehen. Vielleicht kann dieses Wort uns durch den Sommer begleiten – leise, aber stärkend. Wie ein innerer Kompass, der uns daran erinnert: Wir sind nicht allein unterwegs. So dürfen wir getrost gehen – in diesen Sommer und in die Zeit, die vor uns liegt. Dieses Wort kann uns neu ausrichten und uns öffnen für Gottes Gegenwart. Denn gerade in den hellen Tagen des Sommers – und ebenso in den stilleren oder schwereren Momenten – dürfen wir uns daran erinnern: Gottes Geist ist in uns wirksam. Er gibt uns Kraft, aufzustehen, wo wir müde geworden sind. Er schenkt uns Liebe, wo unser Herz eng zu werden droht. Und er gibt uns Besonnenheit, damit wir achtsam und klar unseren Weg gehen. Wir gehen getragen, gestärkt und gesandt – mitten in unseren Alltag, mitten unter die Menschen, die uns anvertraut sind. Öffnen wir unsere Augen für das Gute, unsere Herzen füreinander und unser Leben für Gottes Wirken in uns. Gott geht mit uns – Schritt für Schritt. Möge Gottes Geist uns allen in diesem Sommer mit Kraft, Liebe und Besonnenheit erfüllen und euch auf allen Wegen behüten. In herzlicher Verbundenheit Ihre Pfarrerin Sandra Gintere Gebet Guter Gott, du schenkst uns deinen Geist, der stärkt und tröstet. In dieser Sommerzeit öffne unsere Augen für das, was wächst, und unsere Herzen für das, was du in uns wirken willst. Gib uns Kraft, wo wir müde sind. Schenke uns Liebe, wo wir einander brauchen. Und leite uns mit deiner Besonnenheit, damit wir gute Wege finden in unserem Alltag. Begleite uns durch diese Zeit – mit deinem Licht, deinem Frieden und deiner Nähe. Amen .
Evangelische FriedenskirchengemeindeHochsauerland
Pfarrerin Dr. Sandra Gintere