Auf ein Wort
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Evangelische FriedenskirchengemeindeHochsauerland
„Das Volk, das seinen Gott kennt, wird stark sein und am Bund festhalten.“ Daniel 11:32 Liebe Leserinnen und Leser, vor kurzem las ich den Gedanken: Im September merken wir, wie kurz der Sommer war. Und tat- sächlich – selbst ein Sommer voller Hitze, Trockenheit und Waldbrände bleibt für viele von uns mit Urlaub, Erholung und schönen Momenten verbunden. Doch mit dem September richtet sich unser Blick auf den Herbst: auf kühlere Tage, auf Regen, auf die zunehmende Dunkelheit. Auch dieser Gemeindebrief umfasst genau diese Monate – September, Oktober und November – eine Zeit, die uns oft wieder näher an die großen The- men unserer Gegenwart heranführt: Klimawandel, Migration, gesellschaftliche Veränderungen. Und zugleich an unsere ganz persönlichen Herausforderungen, die nicht weniger wichtig sind. Manchmal fühlen wir uns von all den Nachrichten, Bildern und Dis- kussionen überrollt. Vieles wirkt schwer und bedrückend. Wie sollen wir das alles aushalten? Gerade deswegen ist es jetzt so wichtig, uns neu bewusst zu machen, was die Bibel uns von Anfang an lehrt und was der Prophet Daniel so eindrücklich zusammenfasst: „Das Volk, das seinen Gott kennt, wird stark sein und am Bund festhalten.“ Wir brauchen Gott – nicht zuletzt deshalb, weil wir mit unseren Ängsten und Sorgen nicht allein bleiben sollen. Daniel selbst lebte in einer Zeit des Umbruchs und der Unsicherheit. Gerade dort ermutigte er seine Mitmenschen, Gott wirklich zu kennen, ihm zu vertrauen und nach seinem Willen zu leben. Denn aus dieser Beziehung erwächst eine Stärke, die nicht laut und machtvoll ist, sondern tief, leise und tragend. Es ist eine innere Kraft, die Menschen durch schwierige Zeiten begleitet. Eine Kraft, die uns aufrichtet, wenn wir müde sind. Eine Kraft, die uns Mut schenkt, wenn wir uns klein fühlen. Eine Kraft, die uns erinnert: Gott ist immer für uns da. Gott ist nur ein Gebet weit von uns entfernt. Doch wie ist es mit uns? Sind wir Gott nahe? Suchen wir Seine Gegenwart? Halten wir an Ihm fest? Diese Fragen richten sich nicht nur an praktizierende Christen, sondern an unsere ganze Gesell- schaft. Vieles, was unser Zusammenleben prägt – Demokratie, soziale Sicherheit, freie Wochenenden, Menschenwürde – ist aus einem geistlichen Fundament gewachsen, das unsere Vorfahren aus ihrer christlichen Überzeugung heraus gelegt haben. Heute erleben wir, wie dieses Fundament zunehmend brüchiger wird: durch die stetig steigenden Kirchenaustritte, die sinkenden Besucherzahlen bei Gottesdiensten und Gemeindeveranstaltun- gen, die zunehmende Bedeutungslosigkeit des christlichen Glaubens in Bildung und anderen gesellschaftlichen Institutionen sowie den Verlust religiöser Sprache und Orientierung. Ich frage mich manchmal: Wie stark sind wir als Gesellschaft, wenn wir uns immer weiter von unseren Wurzeln entfernen, wenn uns ein wesentlicher Teil unserer christlichen Prägung und Identität verloren geht? Wie lange kann unser politisches und wirtschaftliches System noch stark und tragfähig bleiben, wenn das Fundament, auf dem es gebaut ist, immer dünner und brüchiger wird? Vielleicht lohnt es sich, gerade in diesen herbstlichen Tagen darüber nachzudenken – besonders im Hinblick auf das bevorstehende Erntedankfest, den Buß- und Bettag, den Volkstrauertag und den Ewigkeitssonntag. Diese Tage laden uns ein, innezuhalten, zurückzublicken und uns neu zu fragen, worauf wir unser Leben und unsere Gesellschaft gründen. Ich hoffe und wünsche, dass wir in dieser Zeit im Glauben gefestigt und in unserem Vertrauen auf Gott gestärkt werden. Vielleicht können wir auch einem Menschen von unserem Glauben erzäh- len, der vergessen hat, woher wahre Stärke kommt – und dass ein Volk nur dann wirklich stark sein kann, wenn Menschen ihre Stärke und Hoffnung in Gott finden. Und vielleicht geschieht dadurch etwas ganz Konkretes: Wenn wir miteinander über unseren Glauben, unsere Erfahrun- gen mit Gott ins Gespräch kommen, kann auch das Leben unserer Gemeinde wieder lebendiger, vielfältiger und aktiver werden? In herzlicher Verbundenheit Ihre Pastorin Sandra